Bildungspolitik 05.03.2025

GEW Remscheid: Große Sorge um die Förderschulen

Offener Brief an den Schulausschuss

Die GEW Remscheid beobachtet mit großer Sorge die Bedingungen für die Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Förderbedarfen an der Förderschule Heinrich-Neumann.

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Die Förderschule Heinrich-Neumann besteht zurzeit aus fünf Standorten. Diese Standorte waren ab 2018 als vorübergehende Lösungen angedacht gewesen. 

Aktuell wird die Schule von über 400 Kindern und Jugendlichen der Jahrgänge 1 bis 10 besucht, ursprünglich geplant war die Schule für 200 Schülerinnen und Schüler (inkl. Klinikschule). Die Anzahl der Kinder mit Förderbedarf, die an einer der Förderschulen angemeldet werden, steigt aufgrund wachsender Schüler*innenzahlen im Allgemeinen und der Tatsache, dass sich viele Eltern bewusst für die Beschulung an einer Förderschule und nicht im Gemeinsamen Lernen (GL) entscheiden.

Die Heinrich-Neumann-Schule platzt zukünftig aus allen Nähten! Den speziellen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen mit Förderbedarf kann unter diesen Umständen kaum entsprochen werden. Hinzu kommen massive bauliche Mängel, fehlender pädagogischer Raum, besonders für die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung und ein Sanierungsstau, dies betrifft besonders das Gebäude an der Engelbertstraße.

Seit Jahren sind daher Umzugspläne, in Verbindung mit Standortwechseln anderer Schulen, im Gespräch. Umgesetzt wurde bisher nichts! Kollegien, Schulleitungen und Eltern sind verunsichert und fragen sich, wie die weiteren Planungen aussehen.

Verschärft wird die Lage der Förderschullandschaft in Remscheid nun konkret durch folgende Tatsache:

Die Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache – An der Tesche in Wuppertal, die bisher zahlreiche Remscheider Kinder der Klassen 1 bis 4 mit diesem Förderschwerpunkt aufgenommen hat, wird ab dem Sommer 2026 keine auswärtigen Schülerinnen und Schüler aus Kapazitätsgründen mehr aufnehmen können. Diese Kinder haben bei Elternwunsch einen Rechtsanspruch, an einer Förderschule aufgenommen zu werden.

Dies bedeutet, dass Remscheid die Möglichkeit einer Beschulung in einer Förderschule mit diesem Schwerpunkt anbieten muss. Ebenso stellt sich die Frage der Planung und Umsetzung der OGS-Bedarfe nach 2026 (Rechtsanspruch).

Die GEW fragt:

1.) Wie sehen die aktuellen Umzugs- und Umbaupläne für die Förderschule Heinrich- Neumann aus? Worauf müssen sich alle Betroffenen (Kollegien, Schüler*innen, Eltern) in den nächsten Jahren einstellen?

2.) Welche Pläne verfolgt die Stadt Remscheid hinsichtlich der Pflicht, zukünftig Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache auch an einer Förderschule in Remscheid zu beschulen? Kommt es zur Gründung einer zusätzlichen Förderschule Sprache in Remscheid und wenn ja, an welchem Standort?

3.) Falls nein: Ist die Angliederung des Förderschwerpunkts Sprache an die Heinrich- Neumann-Schule geplant? Mit welcher räumlichen Erweiterung? Oder: Falls nein: Ist geplant, dass Remscheid und Solingen bei der Gründung einer Förderschule Sprache kooperieren und Remscheider Kinder in Solingen beschult werden?

4.) Wie wird die Ergänzung des Förderschwerpunkt Sprache in der Förderschullandschaft Remscheids pädagogisch/fachlich und schulorganisatorisch begleitet? Ist es geplant, hier die Expertise der Heinrich-Neumann-Schule zu nutzen?

5.) Wenn ja: Wann wird der Schule und dem Kollegium eine langfristige Planung mitgeteilt? Diese Planungssicherheit ist notwendig, um Kolleginnen und Kollegen mit sonderpädagogischer Expertise für Remscheid zu gewinnen und zu halten.

6.) Wie sollen die Grundschulen Eltern zukünftiger Förderschüler mit dem Förderschwerpunkt bei der Schulanmeldung im September 2025 beraten? Auch hier muss die Möglichkeit einer Beschulung an einer Förderschule benannt werden können.

Wir fordern daher als Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft -  Stadtverband Remscheid  - stellvertretend für die Schulleitungen, Kollegien, Eltern und Kinder, dass die Stadt Remscheid zeitnah ihre Hausaufgaben macht und obenstehende Fragen schnellstmöglich   beantwortet.

Wir hoffen sehr, dass sich der Schulausschuss sowie die Schulverwaltung der Stadt Remscheid diesen drängenden Problemen stellen und die Verwaltung ihren Pflichten zeitnah nachkommt.

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